Hytale-Server selbst hosten (und wann sich ein gemieteter lohnt)
Stand: 27. September 2026 · Anleitung · VPS · Gameserver
Laut offiziellem Server-Handbuch läuft ein Hytale-Server auf jedem Rechner mit mindestens 4 GB Arbeitsspeicher und Java 25, auf x64 wie auf arm64. Dazu kommt ein offener UDP-Port und ein Hytale-Konto, mit dem der Server angemeldet wird. Ohne diese Anmeldung nimmt er keine Spieler an.
Java 25 installieren
Hytale verlangt Java 25 und empfiehlt die Builds von Adoptium (Temurin). Nach der Installation prüfen, dass wirklich Version 25 aktiv ist:
java --version
Serverdateien holen
Für einen Server, der länger laufen soll, empfiehlt das Handbuch den Hytale-Downloader, ein Kommandozeilen-Werkzeug von der Hytale-Supportseite. Beim ersten Aufruf meldet er sich per Gerätecode bei deinem Hytale-Konto an, danach lädt er die aktuelle Version als Archiv:
./hytale-downloader-linux-amd64 -print-version ./hytale-downloader-linux-amd64 -download-path game.zip unzip game.zip -d ~/hytale
Im Archiv liegen Assets.zip (gut 3 GB), der Ordner Server mit HytaleServer.jar und die Startskripte start.sh und start.bat. Das Handbuch zeigt einen Startbefehl mit -XX:AOTCache=HytaleServer.aot. Die Version 0.6.8 enthält diese Datei aber nicht, nur HytaleServer.aot.config. Deshalb das mitgelieferte Startskript benutzen oder den Schalter weglassen.
Starten und anmelden
Der erste Start gehört in eine Sitzung, die eine Trennung der SSH-Verbindung übersteht (tmux oder screen), denn die Anmeldung läuft über die Server-Konsole:
tmux new -s hytale cd ~/hytale && ./start.sh
Sobald der Server läuft, in seiner Konsole /auth login device eingeben. Der Server zeigt einen Link und einen Code; beides im Browser mit deinem Hytale-Konto bestätigen, dann nimmt er Spieler an. In der von uns gemessenen Version 0.6.8 speichert er die Anmeldung ab Werk verschlüsselt (auth.enc), sie übersteht also einen Neustart. Das Handbuch nennt eine Grenze von 500 Servern je Hytale-Lizenz.
/auth login device
Port freigeben: UDP, nicht TCP
Hytale spricht QUIC über UDP, Standardport 5520. Eine TCP-Freigabe bringt nichts. Hinter einem Router muss die Weiterleitung ausdrücklich für UDP gelten.
sudo ufw allow 5520/udp
Verbunden wird im Spiel über die Direktverbindung mit IP und Port. SRV-Einträge unterstützt Hytale laut Handbuch bisher nicht, der Port gehört deshalb immer zur Adresse.
Arbeitsspeicher und Sichtweite
Der größte Treiber für den Arbeitsspeicher ist die Sichtweite. Das Handbuch empfiehlt höchstens 12 Chunks (384 Blöcke). In der config.json, die ein frischer Server anlegt, stand bei uns MaxViewRadius auf 32. Mit diesem Wert hat ein 4-GB-Server bei uns schon mit einem einzigen Spieler beim Erkunden den Speicher gesprengt.
Der zweite Fehler ist die Java-Obergrenze. Wer -Xmx auf den gesamten Arbeitsspeicher setzt, lässt Java nichts für Netzwerkpuffer, Weltgenerierung und die JVM selbst, und der Speicherkiller des Betriebssystems beendet den Prozess. Bei uns lief es mit drei Vierteln des Speichers als Obergrenze stabil. Eigene JVM-Schalter nimmt das mitgelieferte start.sh aus einer Datei jvm.options neben dem Skript, einer je Zeile:
-Xms1G -Xmx3G
Wichtig beim Ändern von Einstellungen: Hytale liest config.json und permissions.json beim Start und schreibt sie im Betrieb selbst zurück. Änderungen, die du an einem laufenden Server in der Datei machst, sind danach oft wieder weg. Also erst stoppen, dann bearbeiten, dann starten. Whitelist, Admins und Sperren setzt du am besten gleich über die Konsolenbefehle /whitelist, /op und /ban.
Updates: Client und Server müssen exakt passen
Hytale lässt Client und Server nur mit exakt derselben Protokollversion zusammen. Nach einem Spiel-Update kommt deshalb niemand mehr auf einen Server, der noch die alte Version fährt. Der Server bringt dafür einen eigenen Updater mit: er lädt neue Versionen in einen Zwischenordner, beendet sich mit dem Code 8, und start.sh spielt die Dateien beim nächsten Durchlauf ein. Ab Werk wendet er Updates aber nicht selbst an (AutoApplyMode steht auf Disabled). Du musst also mit /update apply --confirm nachhelfen oder den Modus in der config.json umstellen.
/update status /update download /update apply --confirm
Selbst hosten oder mieten: die ehrliche Abwägung
Selbst hosten lohnt sich, wenn du ohnehin einen Server mit genug Arbeitsspeicher betreibst und dich die Konsole nicht stört. Rechne für Hytale mit mehr als den 4 GB aus dem Handbuch, sobald mehrere Spieler gleichzeitig unterwegs sind.
Ein gemieteter Hytale-Server bei uns nimmt dir genau die Stellen ab, an denen es oben hakt. Er meldet sich beim Start automatisch an, ohne Gerätecode in der Konsole. Neue Versionen stellen wir zentral bereit und starten die Server danach neu. Sichtweite und Java-Obergrenze sind auf den Tarif abgestimmt. Einstellungen, Whitelist, Admins und Sperren änderst du im Kontrollpult statt in Dateien, und Mods von CurseForge installierst du dort per Klick, samt benötigter Abhängigkeiten. Der Unterschied ist nicht Leistung, sondern wer sich kümmert, wenn nachts ein Update erscheint.
- Hytale Server mietenAutomatisch angemeldet, Updates zentral
- Alle Hytale-Einstellungen im PultErzeugt aus dem Quelltext des Kontrollpults
- Lieber selbst hosten: VPS-TarifeVoller Root-Zugriff, du machst alles selbst
- Vorher: VPS absichernSSH-Key und Firewall einrichten