TeamSpeak-3-Server selbst hosten
Stand: 12. August 2026 · Anleitung · VPS · Voice-Server
Ein TeamSpeak-3-Server ist genügsam. Sprach-Chat braucht kaum RAM oder CPU, schon der kleinste VPS reicht für eine mittelgroße Community.
Server-Dateien
Das offizielle Server-Paket von teamspeak.com herunterladen, entpacken und mit Zustimmung zur Lizenz starten:
wget <download-link-von-teamspeak.com> tar xjf teamspeak3-server_linux_amd64-*.tar.bz2 cd teamspeak3-server_linux_amd64 ./ts3server_startscript.sh start license_accepted=1
Beim ersten Start gibt die Konsole zwei Dinge aus, die man sich notieren sollte: den ServerAdmin-Login (privilege key) und die ServerQuery-Zugangsdaten. Der privilege key lässt sich später nicht noch einmal anzeigen.
Ports freigeben
TS3 braucht drei Ports: 9987/UDP für die Sprachverbindung, 30033/TCP für Dateiübertragung, 10011/TCP für ServerQuery.
sudo ufw allow 9987/udp sudo ufw allow 30033/tcp sudo ufw allow 10011/tcp
Dauerbetrieb
Ohne systemd-Dienst überlebt der Server keinen Neustart des VPS. Das mitgelieferte Startskript lässt sich direkt in eine systemd-Unit einbinden, die beim Boot automatisch startet.
Verbunden wird über die TeamSpeak-Client-Software mit der VPS-IP als Serveradresse — fertig.
Der systemd-Dienst
Das mitgelieferte Startskript endet, sobald die SSH-Sitzung endet. Für den Dauerbetrieb gehört eine Unit nach /etc/systemd/system/ts3.service:
[Unit] Description=TeamSpeak 3 Server After=network.target [Service] Type=forking User=<benutzername> WorkingDirectory=/home/<benutzername>/teamspeak3-server_linux_amd64 ExecStart=./ts3server_startscript.sh start license_accepted=1 ExecStop=./ts3server_startscript.sh stop Restart=on-failure [Install] WantedBy=multi-user.target
sudo systemctl daemon-reload sudo systemctl enable --now ts3
Privilege Key übersehen — und jetzt?
Der Schlüssel wird nur beim allerersten Start ausgegeben. Wer ihn übersieht — und das passiert, weil er zwischen viel anderer Ausgabe steht — kommt nicht an die Administratorrechte des eigenen Servers. Ganz verloren ist er trotzdem nicht: er steht zusätzlich in den Logdateien des ersten Starts, und über die ServerQuery-Schnittstelle lässt sich ein neuer erzeugen.
grep -ri 'token' ~/teamspeak3-server_linux_amd64/logs/ | head
Der einfachere Weg: nach dem allerersten Start die Konsolenausgabe vollständig kopieren und sicher ablegen, bevor irgendetwas anderes passiert.
Lizenz und Slot-Grenze
Ohne gesonderte Lizenz ist ein TeamSpeak-3-Server auf 32 gleichzeitige Nutzer und eine virtuelle Serverinstanz begrenzt. Für die allermeisten privaten Gruppen und Clans reicht das mit Abstand. Wer darüber hinaus will, braucht eine Lizenz von TeamSpeak selbst — sie hängt am Betreiber des Servers, nicht am Hoster, und wird von uns nicht gestellt.
Die Datenbank sichern
Der gesamte Zustand des Servers — Kanäle, Rechte, Gruppen, Nutzer — steckt in einer einzigen SQLite-Datei. Sie zu sichern ist die ganze Backup-Strategie, und sie zu verlieren heißt, die Kanalstruktur von Hand neu zu bauen:
sudo systemctl stop ts3 cp ~/teamspeak3-server_linux_amd64/ts3server.sqlitedb ~/backups/ts3-$(date +%F).sqlitedb sudo systemctl start ts3
Der Stopp vorher ist kein Übereifer: eine Datenbankdatei im laufenden Betrieb zu kopieren kann eine Kopie mit halb geschriebenem Zustand ergeben, die sich später nicht mehr öffnen lässt.
Wie groß muss der VPS sein?
TeamSpeak ist eines der genügsamsten Dinge, die man auf einem Server betreiben kann — Sprachdaten werden weitergereicht, nicht verarbeitet. Der Bedarf liegt bei Bandbreite und einer stabilen Verbindung, nicht bei Rechenleistung. Die kleinste Stufe reicht dafür, und sie reicht auch noch, wenn nebenher ein kleiner Webserver läuft.
- Kleinsten VPS ansehenFür TS3 genügt die Einstiegsstufe
- Eigene Größe zusammenstellenFalls noch mehr auf den Server soll
- Vorher: SSH und FirewallGrundlage für jede Anleitung hier